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Liebe Freunde,

November 2015

Der anhaltenden Flüchtlingswelle wird mit viel gutem Willen begegnet, doch hören Sie etwas von nachhaltigen Perspektiven? Nairobi gilt als Beispiel für weltweit typische Städte der nahen Zukunft: 60 % der Einwohner leben auf 5 % der Wohnfläche in Slums und sind – salopp gesagt – aus der Weltwirtschaft „herausgefallen“, hängen über dem Existenzabgrund.

Ja, es gibt Lösungen und es ist höchste Zeit darüber zu sprechen,
auch in den Schulen!

Wir sehen uns mit unserem Ansatz bestärkt: Engagierte Jugendliche stärken die lokalen Märkte im Slum von Nairobi/Kenia mit ihren Partnerschulen und lernen dabei wirksame Lösungsansätze! Wie?

  • Durch Regionalwährungen (Community Currencies)
  • Urbanem Farming (z.B. Permakultur, Schulgärten)
  • Neue Geschäftsfelder (z.B. Hühner- und Ziegenhaltung, Kompostherstellung, mobile Schulküchen, Cafés, uvm.)
  • Und – regelmäßige Besuche vor Ort!

Lesen Sie mehr über unsere Erfolge und Pläne hier und auf unserer Webseite www.nyendo-lernen.de


Eines kann ich Ihnen versprechen:
Wir bleiben dran! Und unsere Jugendlichen auch! Gerne gemeinsam mit Ihnen!

Mit herzlichem Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung und mit vor-adventlichen Grüßen,


Ihre Irmgard Wutte und das nyendo Team

 


Inhalt:


Unsere Aktion: Stoff gegen Spende

Spenden Sie

und erhalten Sie einen afrikanischen Stofftraum Ihrer Wahl!

 

 

Wir danken!

>> mehr

 

Neue Schulen hier und dort

Unser Mitarbeiter Johannes Hoefener hat mit dem Fotomaterial von Johannes Asam Infoclips über zwei potentielle Partnerschulen erstellt:
Die Fivestar school
https://www.youtube.com/watch?v=2or3rreruho&feature=youtu.be
Das Skylife Center
https://www.youtube.com/watch?v=rmqGMBi74Fw&feature=youtu.be
Zwei neue deutsche Schulen haben Interesse an einer Mitarbeit bei nyendo lernen und sind mit uns im Gespräch. Näheres darüber im nächsten Rundbrief.

 

Nyendo Schülerin im Slum von Nairobi berichtet

Vier Wochen waren unsere nyendo Schülerin Sophie Asam und ihr Bruder zu Besuch in Kenia, zum ersten Mal als Gäste ihrer Partnerschule im Slum. Sie berichtet von ihrem Aufenthalt.

Bericht lesen >>


Die Schulleiterin der loveschool erzählt eine wahre Geschichte

Vor etwa sieben Jahren, als Veronica Nduku längst ihre loveschool im Slum von Kawangware gegründet hatte, aber händeringend für Ihre Kinder Mittel brauchte, wurde ihr von einem Kenianer nahegelegt mit einer Gruppe von 20 Personen  zu Fuß  von Nairobi nach Mombasa zu laufen um von privaten Sponsoren dafür 50.000 KShs (500,- €) zu erhalten.

Insgesamt war die Strecke 550 km lang, ca 50 km davon fuhren sie wegen Lebensgefahr vor wilden Tieren am Rande des Tsavo Nationalparks auf einem LKW. Ohne jegliche Ausrüstung wie gute Schuhe, Schlafmatte etc, ohne ausreichende Nahrung, ohne Wasser und jede Nacht unter freiem Himmel schlafend, wurde diese Tour zur reinen Höllenqual. Alle 2 Tage kaufte sie Gummislippers am Straßenrand weil die letzten wieder durchgelaufen waren. Vollkommen entkräftet und ausgezehrt, von der Sonne schwarz verbrannt und mit völlig entstellten Füßen kamen 13 der 20 Personen, u.a. Veronica, nach sieben Tagen in Mombasa an. Der Organisator war wie vom Erdboden verschluckt und mit ihm die Hoffnung auf das versprochene Zielgeld. Das Rote Kreuz hat sich dann bereiterklärt die restlos erschöpften und ausgemergelten Läufer zurück nach Nairobi zu bringen. Veronicas Sohn lief weinend vor seiner Mutter weg weil er sie in ihrem Zustand nicht erkannte.

Durch Veronicas köstliche Erzählkunst musste ich beim Zuhören tatsächlich lachen, aber eigentlich war ich einfach nur sprachlos, zu welcher Leistung ein Mensch in der Lage ist um 500 € für seine Schulkinder zu erhalten.

Einführung des Lindi Pesas und des Nbombeni Pesas

Am 8.8.2015 wurde feierlich der Lindi Pesas im Kibera Slum im Stile der ersten beiden Launches eingeführt.

Das Kibera Slum und seine Bewohner sind noch kraftvoller, energiegeladener aber auch etwas chaotischer und lockerer. Das Überleben dort hat noch eine drastischere Note. Sie sind aber schon einige Jahre aktiv mit der Transformation von innen zugange und daher ziemlich souverän im Organisieren und Präsentieren. Über unseren Kontakt zur Welthungerhilfe haben 2 ihrer Schulen, eine davon gegründet und geleitet von Ann Wambui, eigene Steingebäude in Aussicht gestellt bekommen, was ihre Verbundenheit mit uns sehr gestärkt hat. Das wurde bei dem gemeinsamen Retreat am 19./20.9. noch einmal deutlich. Die SchülerInnen von Ann Wambui  haben die ausdrucksstärksten Tanzdarbietungen vorgeführt.

 


Nur eine Woche später folgte die Einführung des Ngombeni Pesas im Slum von Mombasa.

Laufende Projekte an unseren 5 Partnerschulen

Folgende Projekte werden gerade durch die Unterstützung der nyendo Schulen umgesetzt oder sind noch in Planung.

  1. Die Sprigoh school braucht akute Hilfe: eine Toilette wurde angebaut und der Umzug auf ein anderes Grundstück zur Erweiterung der Schule wäre nötig  Die Schüler der FWS Chemnitz und private Sponsoren helfen dies zu finanzieren.
  2. Die Sia School hat 2 Projekte, ein Schulgarten und Schulmöbel, die sie gerne mit den Spenden der IGS Herder finanzieren möchte, als Antrag eingereicht und bereits mit der Umsetzung begonnen hat.
  3. Kanyorosha möchte als nächstes die fehlenden Böden in den Klassenzimmern fertigstellen und einen Zaun bauen – es wurde damit begonnen dank der Spenden der nyendo Schüler der Louise von Rothschild Schule.
  4. Die Kangemi Youth School braucht auf der Seite zum Fluss eine Mauer, da alle andere Arten von Zäune immer wieder abgebaut und weggetragen werden. Die Schultoiletten müssten mit dem öffentlichen Abwassersystem verbunden werden. Die Priener Schüler schenken ihnen dafür den Erlös ihres diesjährigen WOW Days.
  5. Ein Training im Bereich Medien für Lehrer wird angestrebt.
  6. Ideal wäre auch wenn jede Partnerschule eine eigene Webseite hätte. Dies könnte von einem Volontär aus Deutschland vor Ort erstellt werden.
  7. Felistas Kiamba und Veronica Nduku planen ein Ausbildungprojekt zum Perlenschmuckmacher für ältere SchülerInnen.

Geschäftsideen für die Slumcommunities

Dank der Vermittlung von Olaf Keser-Wagner hat die MBA Studentin in München, Guida Santos, unser nyendo Projekt als Fallbeispiel ihrer Masterarbeit gewählt und zur Stärkung der Partnerschulgemeinschaften ein Konzept zum Aufbau neuer Geschäftsfelder entwickelt. Sie war Ende September bei den fünf CC BN ( Community Currency Business Networks) zu Gast.

Guida Santos ist ehrenamtliche Mitarbeiterin von Oikocredit Deutschland und stellte durch Oikocredit International den Kontakt zu Mikrofinanzinstitutionen vor Ort. Ihre Projektidee ermöglicht den Eltern unserer Partnerschulen, die Mitglied der CC BNs sind, den Zugang zu Mikrokrediten. Dies setzt voraus, dass sie sich als Gruppen von 10 Frauen mit einer Geschäftsidee als CBO (Community Business Organisation) registrieren und über 2 Monate in der Lage sind minimale Rücklagen zu bilden. Die Seifen Frauengruppe an der loveschool sollte als Beispiel den Anfang dafür machen. Es stellte sich jedoch heraus, dass diese Frauen guten Willens sind aber noch nicht genug Kenntnisse im Marketing besitzen, sodass sie mit einem Kredit noch überfordert wären. Ein Training diesbzgl wäre der nächste Zwischenschritt.
Parallel dazu hat Irmgard Wutte durch den Kontakt zu dem ehemaligen Chefkoch von SACDEP, Franklin Mureithi, die Idee vorgebracht an unseren Partnerschulen öffentliche Cafes aufzubauen, die ein eigenes Menü und eine eigene Corporate Identity entwickeln. Sie könnten durch Musikdarbietungen u.ä. auch ein kultureller Anziehungspunkt werden und die Lebensmittel aus eigenen Schulgärten beziehen, die von Eltern bestellt werden
Diese Idee aufgreifend hat Guida Santos für das GE und nyendo Retreat am 19./20.9. eine großartige Präsentation zusammengestellt mit Filmclips des besten Permaculture Designer Geoff Lawton aus Australien und dem Amerikaner Will Allen, der mit Jugendlichen arbeitet und in seiner „Urban Farm“ genügend Ertrag erwirtschaftet, um bis zu 10.000 Menschen zu ernähren.
Will Allen: Growing Power - Vision & Inspiration
https://www.youtube.com/watch?v=ILLLIcrmSDk
Geoff Lawton: Permaculture
http://geofflawton.com/videos/urban-gardens-microspace/
Guidas Prezi Darstellung zeigt die verschiedensten Geschäftsideen, beginnend mit Permakultur Schulgärten, Hühner- und Ziegenhaltung, Kompostkollektion und – bereitung, Vermaculture (Würmer), mobile Schulküchen, Bars und Restaurants, Fischzucht, Marktverkäufe, usw. Alle Geschäfte könnten sinnvoll ineinandergreifen und sich gegenseitig unterstützen. GE ist insofern mit eingebundenen, da nur Mitglieder der CC BN Teil dieser Geschäftsgruppen werden können. Außerdem soll dann die Vermarktung der Produkte auch zum Teil mit CC bezahlt werden.
https://prezi.com/qogbc2sdo5le/permaculture/?utm_campaign=share&utm_medium=copy
Diese Präsentation stieß bei allen CC BN Committee Mitgliedern auf helle Begeisterung und Guida hat bereits an den konkreten Umsetzungsschritten weitergearbeitet. Der Regionaldirektor des Mikrofinanzinstituts SMEP hat großes Interesse an dem Gesamtkonzept bekundet.

 


Erstes Retreat von nyendo lernen
und Grassrootseconomics in Nairobi Sept 2015

Am Samstag, den 19.9. kamen pünktlich wie die Deutschen kamen 26 committee members der drei BNe, des Gatina -, Kangemi – und Lindi Pesas aus der Stadt zu dem von nyendo und GE  gemeinsam veranstalteten Retreat im Syracuse Wildlifehouse am Rande des Nairobi National Parks zur Stärkung der CC BNe.

Ruth Mwangi hat das Retreat vorbereitet mit detailliertem Programm und Infomappe für jeden. Neben Guidas Präsenation und einem kleinen Beitrag von Franklin Mureithi wurde hauptsächlich die Arbeit der CC BNs reflektiert und besprochen. Viele konstruktive Hilfestellungen konnten durch Will und seine Mitarbeiter gegeben werden. Die Teilnehmer waren hoch motiviert und haben sehr aktiv mitgearbeitet. Auch ein Besuch an der Rudolf Steiner School Nairobi hinterließ tiefgehende Eindrücke. Ja, so möchte Anne Wambui auch ihre Kinder unterrichten, ihnen praktische lifeskills vermitteln und sie nicht ausschließlich Bücher auswendig lernen lassen. Das Berührendste aber war die Freude aller Teilnehmer an diesem schönen Ort so ein Wochenende verbringen zu dürfen. Für viele war es der erste Ausflug dieser Art. Zitat: "Ich glaube ich bin gar nicht mehr in Kenia." Im Rückblick wurde das Wochenende als äußerst gelungen angesehen. Es wurde mehrfach der Wunsch geäußert das nächste Mal länger zu tagen und einen geselligen Abend besser zu organisieren bzw. vorzubereiten und zu gestalten.

 

nyendo Schule gewinnt Preis als Umweltschule Hessen

Dank der äußerst aktiven Lehrerin Julia Kingma an der Luoise von Rothschild Schule wurden sie durch ihre Aktivitäten für ihre Partnerschule Kanyorosha als Umweltschule Hessens ausgezeichnet.
Wir gratulieren!!



Arbeitsbericht 2014-15 und Pressespiegel

Wie wir das kritische 3. Jahr nach Gründung unserer gUG gemeistert haben lesen Sie hier >>


Folgende Artikel sind von und über unsere Arbeit erschienen:


Oktober 2015, Dolores Glanert über Community Currency
Juli-August 2015, Irmgard Wutte über nyendo lernen
Juni 2015, Dolores Glanert über Community Currency
März 2015, Selina Fehr über Community Currency

Ein Hoch und Dank an unsere Mitarbeiter

Dolores Glanert musste sich aus gesundheitlichen Gründen aus unserem Team verabschieden. Zweieinhalb Jahre war sie eine treue und große Stütze und hat unsere Arbeit – vor allem in Kenia – maßgeblich bereichert.
Martina Bartussek, die das Backoffice innehatte, hat geheiratet und auch beruflich neue Wege eingeschlagen. Wir werden ihre frische, freundliche Art vermissen.
Wir danken beiden Damen von ganzem Herzen und wünschen ihnen alles Gute!

Unser Kernteam Olaf Keser Wagner, Jasmine Reischl, Johannes Hoefener und ich arbeiten trotz interner Finanzkrise, jeder nach seinen Möglichkeiten, unermüdlich und mit großem Engagement weiter. Mögen im kommenden Jahr 2016 Sponsoren zu uns finden, die Hand in Hand mit uns nyendo lernen in eine kraftvolle Zukunft führen.

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